Pokalschreck Appelhülsen

Armine Michael Hollenhorst (r.) drückte der Partie seinen Stempel auf. Hier bekämpft er den Gronauer Torschützen Marco Bußmann. Foto:
(Johannes Oetz)
Nottuln - Wohl dem, der einen Michael Hollenhorst hat. A-Liga-Aufsteiger Arminia Appelhülsen hat ihn. Und das bekam dem Bezirksligisten SG Gronau gestern überhaupt nicht. Den Neuzugang vom Landesligisten GW Nottuln bekamen die Grenzstädter 90 Minuten lang nicht in den Griff. Der Underdog setzte sich daher in der ersten Runde des Pokalwettbewerbs verdient mit 2:1 (2:0) durch und freut sich nun auf die dritte Runde. In der zweiten Runde haben die Arminen nämlich ein Freilos.
„Appelhülsen hat uns mit einfachen Mitteln bekämpft und auch verdient gewonnen“, sagte Gronaus Trainer Hüsseyin Hosses nach der Partie. Mit dieser Aussage hatte er nur zum Teil Recht. Der Sieg war hochverdient. Korrekt! Die Mittel waren allerdings alles andere als einfach. Die Dreierkette des Gastgebers stand bombensicher und ließ in Hälfte eins überhaupt nichts zu. Das lag natürlich auch an den Mittelfeldspielern, die ihren Gegenspielern keinen Raum zur Entfaltung ließen. In vorderster Linie wiederum sorgten Stefan Hollenhorst und Stefan Lohrmann immer wieder für Gefahr. Nach elf Minuten fiel daher die Appelhülsener Führung: Gerald Roßmöller traf mit einem platzierten Flachschuss zum 1:0.
In den nächsten Minuten konnte Michael Hollenhorst von den Gronauern immer wieder nur durch Fouls gebremst werden. Nach 26 Minuten bestrafte „Mikel“ die Gäste dafür: Nach einem langen Pass ließ er die SG-Abwehr weit hinter sich und traf wunderschön zum 2:0. Bis zur Pause hätte es für die chancenlosen Gäste noch richtig bitter werden können, doch Michael Hollenhorst vergab eine weitere Großchance (28.). Und als Stefan Lohrmann in der 29. Minute von SG-Keeper Carsten Heller im Strafraum einfach umgestoßen wurde, hatte der Unparteiische diese Szene offensichtlich nicht gesehen. Sonst hätte es Elfmeter geben müssen.
Nach der Pause wurden die Grenzstädter zwar besser, doch 20 Meter vor dem SVA-Tor fiel ihnen nichts mehr ein. Anders die Platzherren. Michael Hollenhorst (47., 75.) und Philipp Schrapp (81.) vergaben drei weitere Hochkaräter. Dann traf der Bezirksligist doch noch durch Marco Bußmann zum 1:2 (90.+2), doch es war zu spät.
„Der Sieg war hochverdient. Die erste Hälfte ging deutlich an uns. Wenn wir nach der Pause unsere Konterchancen besser genutzt hätten. wäre die Begegnung auch schon früher entschieden gewesen“, sagte nach dem Abpfiff SVA-Coach Rainer Urban.
Arminia: Großehagenbrock - Zimmermann (67. Helmich), Martel, Thies - Wewering, Geers, Schrapp, M. Hollenhorst, Roßmöller - St. Hollenhorst, Lohrmann (60. Hüls).
VON
JOHANNES OETZ, NOTTULN
Bericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 05.03.2009
Beschluss nur über Zuschusshöhe
Nottuln/Appelhülsen - Das vom Sportverein Arminia Appelhülsen angestrebte Umbau- und Neubauprojekt im Sportzentrum am Kücklingsweg stößt in der Kommunalpolitik grundsätzlich auf breite Zustimmung. Der Sozial- und Sportausschuss der Gemeinde fasste am Dienstagabend einstimmig bei vier Enthaltungen der UBG den Beschluss, für „Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen“ im Etat der Gemeinde 325.000 Euro als Zuschuss bereitzustellen. Ausdrücklich vermied es der Ausschuss aber, sich festzulegen, ob das von der Arminia favorisierte Konzept oder eine Alternative, die der Appelhülsener Architekt Gregor Antonius Deilmann entworfen hat, umgesetzt werden soll. Auf Vorschlag von Wolf Haase (SPD) wurde in den Beschluss mit aufgenommen, dass nur das wirtschaftlichste Konzept bezuschusst wird.
Zugleich drängte die SPD darauf, dass ein rechtlich sauberes Verfahren durchgeführt wird. Nach Auskunft des Beigeordneten Klaus Fallberg wird das Projekt von der Gemeinde ausgeschrieben werden müssen. Möglich sei wegen der Bestimmungen des Konjunkturpaketes eine beschränkte Ausschreibung. Ob der Verein oder die Gemeinde als Bauherr auftrete, müsse noch überlegt werden. Unabhängig davon werde das neu geplante Gebäude aber der Gemeinde gehören.
In der Diskussion wurden unterschiedliche Schwerpunkte deutlich. So kritisierten vor allem UBG und FDP, dass das Vorhaben erst ein halbes Jahr nach dem Arminia-Antrag Thema im Ausschuss wurde. Zugleich wurden konkrete Zahlen, auch zur Höhe der Arminia-Eigenleistung vermisst, ohne die man nicht entscheiden könne. Ursula Boldt-Hübner (UBG) sprach von einer verkehrten Beratungsreihenfolge, Dr. Martin Geuking (FDP) fand, es gebe zu wenig Konkretes. Weil später nicht die konkrete Planung, sondern nur der grundsätzliche Zuschuss beschlossen wurde, stimmte auch die FDP zu. Allerdings regte Geuking nach dem Deilmann-Vortrag an, auch die anderen Vereine darauf anzusprechen, ob sie sich beteiligen wollen.
Vorsitzender Manfred Feldmann machte aber sehr deutlich, dass das Deilmann-Konzept für die Arminia nicht tragbar ist.
Josef Lütkecosmann (CDU) betonte: „Bislang war es bei uns immer üblich, Projekte dieser Art in Kooperation mit den Sportvereinen durchzuführen.“
Vereinsheim oder Haus der Vereine?
Nottuln/Appelhülsen - Seit Oktober vergangenen Jahres liegt der Arminia-Antrag auf Bezuschussung der Maßnahme vor. Arminia-Vorsitzender Manfred Feldmann schilderte am Dienstagabend in der Sitzung, wie es dazu gekommen ist. Aufgrund des bekannten Raummangels für den Sport in Appelhülsen ist die Idee entstanden, die notwendige Renovierung des Gebäudes im Sportzentrum mit einem Umbau zu verbinden. Zusammen mit dem Bauunternehmen Wetter & Tendahl wurde ein Konzept erarbeitet, für das sich der Vorstand einstimmig entschieden hat, wie Feldmann betonte.
Danach sollen der große Gruppenraum und der überdachte Innenraum in einen großen, teilbaren Gymnastikraum umgewandelt werden. Durch den Umbau werde dann aber die Schaffung eines Versammlungsraumes an anderer Stelle erforderlich. Dafür möchte der Verein ein neues Gebäude nah am Sportplatz errichten, um so die Zuschauer besser in das Sportgeschehen einbinden zu können.
Abzüglich der von der Arminia erbrachten Eigenleistungen verbleibt ein Kostenvolumen von 325.000 Euro, das Unternehmer Heinrich Tendahl so aufschlüsselte: Gebäudeneubau = 130.000 Euro; Hausanschlüsse = 15.000 Euro; Umbau des vorhandenen Gebäudes = 105.000 Euro; Dachrenovierung = 40.000 Euro; zwei neue Garagen = 15.000 Euro; Inneneinrichtung = 20.000 Euro.
Die Gemeindeverwaltung, so berichtete Klaus Fallberg, hat das Konzept nachgerechnet und kam auf ein Kostenvolumen von 500000 Euro, würde sie selbst das Konzept umsetzen. „Wir reden also über eine Differenz von 175.000 Euro, die der Gemeinde erspart bleibt“, meinte Beigeordneter Fallberg.
Das Konzept von Gregor Antonius Deilmann sieht ebenfalls einen Umbau des bestehenden Gebäudes vor, geht dann bei dem Neubau aber einen Schritt weiter. Statt eines reinen Vereinsheims schlägt er ein multifunktionales Gebäude direkt zwischen den Sportplätzen mit zwei Versammlungsräumen vor, die auch von anderen Vereinen und Gruppen genutzt werden können. Statt der üblichen Gasheizung favorisiert Deilmann ein innovatives Energiekonzept auf Wärmepumpenbasis. Die Gesamtkosten bezifferte er auf rund 117.000 Euro für den Umbau des bestehenden Gebäudes und rund 468.000 Euro für den Neubau.
Arminia-Vorsitzender Feldmann betonte, dass der Vorstand sich nicht ohne Grund für die andere Planung entschieden habe. Es sei fraglich, ob beispielsweise ein Chor zwischen all dem Sportlärm seine Proben abhalten wolle. Das Sportzentrum sei dafür nicht geeignet, vielmehr sollte dafür das Bürgerzentrum genutzt werden. Der Vorstand sei einstimmig der Meinung, dass das mit Wetter & Tendahl erarbeitete Konzept besser ins Sportzentrum passt. „Für dieses Projekt können wir die laufenden Kosten auch tragen“, betonte Feldmann.
VON LUDGER WARNKE, NOTTULN